In der aktuellen deutschen Pop-Landschaft beobachten wir einen massiven Trend hin zu hochgradig produzierten, fast schon kinematografischen Musikvideos. Während die visuelle Ästhetik zweifellos beeindruckend ist und die Storytelling-Elemente neue Maßstäbe setzen, stellt sich die Frage: Überdeckt die visuelle Opulenz eine zunehmende Redundanz in der Komposition?

Oft wirken die Songs eher wie ein Soundtrack für den Kurzfilm als wie eigenständige musikalische Werke. Ein provokanter Gedanke: Würden viele dieser aktuellen Hits ohne das dazugehörige „Drama“ im Video überhaupt die Charts dominieren? Ich behaupte, dass wir uns in einer Ära befinden, in der das Auge das Ohr korrumpiert. Qualität sollte sich durch die Audiospur definieren, nicht durch das Budget des Regisseurs. Wie bewertet ihr diese Entwicklung?